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Dienstag, 5. Juni 2012

Die Welt ist nicht (groß) genug


Gestern Mittag...
Mit meinem leeren Glas gehe ich zum Saftzapfdingens...ihr erkennt, ich bin bei dem gelb-blauen Möbeldingens. Da sehe ich ihn! Ich gucke schnell zur Seite, gehe ein paar Schritte hinter so ein Geschirrabräumdingens und gucke vorsichtig nochmal. Ja, klar. Er ist es. Ihr müsst wissen, ich bin ein Gesichtsfetischist. Schöne Gesichter prägen sich für immer ein und er sieht aus wie der junge Alain Delon. Na gut, halbjung. Ohne Preiselbeersaft gehe ich zurück und erkläre meiner verständnislos schauenden Freundin, dass ich gerade "ihn" gesehen habe. "Er" ist eine kurze Internetgeschichte. Vor ca. einem Jahr haben wir uns ein paar Wochen täglich mit Verbalerotik bombardiert. Eine Fortsetzunggeschichte zusammen geschrieben, bei der ich heute noch rote Ohren bekomme (ok, das ist gelogen), gechattet bis in die Nacht und bis zur Sehnenscheidenentzündung...
Und wir haben uns Bilder geschickt. Und da war auch mal das Gesicht drauf...

Schon abgefahren. Wir haben uns nie getroffen. Das war von Anfang an seine Bedingung (der Grund saß ihm, schätze ich, gerade gegenüber) und jetzt...

Das Dilemma beim Möbeldingens: Man läuft sich immer wieder über den Weg.
Ich halte also Abstand, Ausschau und habe ein gesteigertes Interesse an induktiongeeigneten Kochtöpfen und Badematten.

Als wir unseren Wagen zu Regal 14 wuchten, steht er auf einmal vor mir.
Sein Blick sagt alles. Überraschung, Erkennen, leichte Rötung der Haut wegen ich-weiß-es nicht und ein sehr verzweifelter Blick zurück über seine Schulter zu seiner Begleitung.

Ich muss ziemlich grinsen, strahle wahrscheinlich wie ein Sternchen, denn ich freue mich wirklich, dass er mich erkennt und ich finde die Situation einfach...TOLL!

Als er leise sagt: Hey...Poesie...du bist es ja tatsächlich. Ich hab Dich vorhin schon gesehen, aber dachte...
da strahle ich noch mehr und ich nicke leicht, gucke ihm ganz tief in die Augen, spüre eine heiße, stürmische Welle durch meinen Körper ziehen und drehe mich lächelnd um.

Samstag, 24. März 2012

In Nächten wie diesen...

Meine Augen brennen...auch der dritte Espresso hat mir noch keine Flügel verliehen...gleich bin ich auf der Bahn Richtung Mega-Riesen-Familientreffen...die A2 ist gesperrt...würde am liebsten wieder ins Bett kriechen...in der Nacht immer wieder nachgedacht...meine Enttäuschung ist größer als ich dachte...etwas passiert gerade...so viel Bewegung auf einmal...ich fühle mich sicher...der Wolf hat mich gestern in seine Nähe gelassen...wir haben nachts geschrieben...ich konnte sein Fell kraulen und seine Herzschlag unter meinen Händen fühlen...er hat zugehört...er hat geantwortet ...er hat verstanden...habe ihm alles erzählt...ich vertraue ihm so sehr...uns treibt beide die Lust und das Begehren aufeinander an...aber gestern ist noch mehr passiert..."Du machst mich so glücklich", vielleicht waren es diese fünf Worte von ihm...er erwartet nicht von mir das ich keine anderen Männer treffe...gibt mir jede Freiheit...aber brauche ich sie?...Ich weiß, was ich will!

Montag, 12. März 2012

Auf dem Weg zur "Null"-Lösung


1. Versuch
Der Liebste kommt von einer Weinmesse nach Hause, mit einem glückseligen Lächeln im Gesicht,
welches sich spontan in ein heftiges Lachen und Kopfschütteln verwandelt,
als ich ihm den Vorschlag unterbreite, die nächsten Stunden mit Sauereien zu verbringen.

2. Versuch
Sichten der Kontoauszüge (Hilft sonst immer beim Abkühlen der Emotionen!)

3. Versuch
Ein Besuch auf einem Sexportal, bei dem ich schon länger ein Profil habe.
Das Durchstöbern der Chaträume ist immer wieder ein Erlebnis.
Man muss sich eigentlich nur eine Horde ausgehungerter Äffchen vorstellen, denen man eine Banane hinhält.
Als Frau hat man es eben nicht leicht ;-).

Nach einigem Wegklicken (Nein, ich will nicht mit Kuschelbär007 oder Dauerlecker008 schreiben...und ich antworte auch nicht auf "Guten Abend, schöne Frau", denn ich habe kein Bild in meinem Profil, du Schleimer!), schreibt jemand ganz interessiert.
Also schnell das Profil lesen, ja, passt...und Bilder tauschen. (Visueller Anreiz muss schon sein, aber Camsex mag ich nicht. ich lasse mich viel zu sehr von Topfblumen und rosafarbenen Poloshirts ablenken.)
Mmmh...er sieht gut aus. Ein schöner Körper und ein sehr schöner Schwanz.
Auch er ist angetan und so drehen sich die ersten Sätze hauptsächlich um meine überzeugenden weiblichen Attribute.
Wir klicken die anderen im Raum weg und schreiben los.

Und jetzt passiert es!

Er: worauf stehst du denn so?
Ich: also jetzt gerade darauf, mit dir zu schreiben.
Er:du bist doch devot, oder? stehst auf schläge?
Ich: manchmal...kommt drauf an. ich leg mich da nicht so fest.
Er: (man beachte, wie sehr er auf meine Antworten eingeht)
mit der peitsche?
Ich: geht so...ich würde jetzt lieber deine kräftigen hände spüren...
Er: (Man beachte...s.o.) rohrstock?
Ich: nee...dann schon lieber die gerte.
Er: und sonst...nippelklemmen?
Ich: ja...gerne.
Er: und wachs?
Ich: jau...(Werde ich etwas einsilbig?)
Er: und bondage?
Ich:............(Das war ein innerliches, lautes NEIN! Aber das ist eine andere Geschichte)
Nochmal Ich: du, ich hab keine lust mehr...machs gut!