Und ob Du mich niemals hast begehrt,
Und ob Du niemals an mich gedacht,-
Wie auch Dein stählerner Trotz sich wehrt, -
Du bist doch mein Eigen im Traum der Nacht.
Wenn der Abend über der Erde ruht,
Zittert mein Herz in dumpfem Verlangen.
Es blühen empor in zarter Glut
Die Fieberrosen auf meinen Wangen.
Und mit bebenden Händen lös' ich mein Haar;
Das stürzt hernieder in schweren Garben
Über mein üppiges Schulterpaar
Mit seinen märchenblassen Farben.
Und seidenrauschend gleiten dann sacht
meine Hüllen nieder zur Erde.
Ich will mich schmücken für diese Nacht,
Weil ich Dir angehören werde...
Und über mein Lager sinke ich hin
Mit geballten Händen, mit brechenden Knien.
So sehnsuchtsvoll war noch nie mein Sinn;
So heiß war noch nie meiner Lippen Glühn.
Und ich stöhne: "Komm!" ---Und Du kommst zu mir
Durch die regenfeuchten, dunklen Gassen,
Durch die stille Herbstnacht kommst Du zu mir.
Du, - laß mich Deinen Hals umfassen.
Du, - laß mich Deine Augen küssen,
- Ich sterbe an Deinen wilden Augen; -
Meine Lippen werden verdursten müssen,
Wenn sie nicht an den Deinen saugen.
Marie Madeleine (1881 - 1944)

Seufz.....
AntwortenLöschenOh ja! Doppelseufz...
LöschenJaaaahhhh - Dreifachseufz.
AntwortenLöschenWar doch klar!