Donnerstag, 17. Oktober 2013

Nimm mich!


...doch ich nahm 
Sie hart, wie Tiere ihre Opfer packen,
nahm sie in trotziger Knabenart.
Da, - durch den Schleier der Wollust sah
Ich glühend nah
Ihr Auge in eigenem Lichte flacken,
Dieser seltsame Blick!
Von Haß und Qual ein brennender Stoß
Und doch namenlos
Glänzend von einem quellendem Glück,
Tiefster Traum dem Trotze gepaart,
Als zitterten diese gierigen Augen,
Mit ihrem Hasse mich in sich zu saugen,
Als ob das Feuer, das rot sie durchrollte,
Mich ganz in den Flammen vernichten wollte.

Tiefste Sehnsucht, begehrendes Grauen,
Weigern und Wille und Widerstand
Funkelnd in einem einzigen Brand...

Stefan Zweig (1881 - 1942)

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