Mittwoch, 3. Oktober 2012

Ich will!


Schwindende, du kennst die Türme nicht.
Doch nun sollst du einen Turm gewahren
Mit dem wunderbaren
Raum in dir. Verschließ dein Angesicht.
Aufgerichtet hast du ihn
Ahnungslos mit Blick und Wink und Wendung.
Plötzlich starrt er von Vollendung,
Und ich, Seliger, darf ihn beziehn.
Ach wie bin ich eng darin.
Schmeichle mir, zur Kuppel auszutreten:
Um in deine weichen Nächte hin
Mit dem Schwung schoßblendender Raketen
Mehr Gefühl zu schleudern, als ich bin.



Rainer Maria Rilke

1 Kommentar:

  1. Wahnsinn! Was für ein unglaublich geniales Gedicht! Wie kann man nur puren Sex derart poetisch in Worte fassen?

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