Ich nenn′ und ich flüstre und atme dich nicht;
Es ist Schmerz in dem Klang, es ist Schuld im Gerücht;
Nur die brennende Trän′ auf der Wang′, o mein Herz,
Verrät dir den tiefen, den schweigenden Schmerz.
Zu kurz für das Glück, für den Frieden zu lang
Entschwanden die Stunden, berauschend und bang;
Wir brachen die Kett′ und entsagten dem Glück,
Wir scheiden, wir fliehen, - und kehren zurück.
O mein sei die Reue und dein sei die Lust!
Vergib, o mein Leben! - verlaß, wenn du mußt; -
Das Herz, das dich liebte, verlier es die Ruh,
Doch beugt es und bricht es kein anderer als du.
Stolz wider die Stolzen, voll Demut vor dir
Ist die Seel′, ob es dunkelt und stürmet in mir;
Und die Tage sind schnell und die Stunden sind schön
Bei dir, o mein Herz, wie in seligen Höhn.
Dein Auge voll Liebe, dein Seufzer voll Leid
Bannt oder vertreibt, straft oder verzeiht,
Und verhöhne die Welt mein Entsagen vor dir,
Antwortet, o Lippen nicht ihnen, - nur mir!
George Gordon Lord Byron
(* 22.01.1788 , † 19.04.1824)
(* 22.01.1788 , † 19.04.1824)

wow ... mehr kann ich dazu nicht sagen ...
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